Da wirst narrisch!

Fasching ist ja nicht jedermanns Ding. Zu einem fixen Zeitpunkt lustig sein und dafür meist noch einen horrenden Eintrittspreis bezahlen, damit man nach kollektiven Wettsaufen die Polonaise tanzen muss.

Und plötzlich ist alles anders. Wochenlang freut man sich hier rund um den Attersee auf all die Feste. Er wird gebastelt, genäht – klammheimlich verschwiegen, als was man geht. Fünf Euronen Eintritt für den Maskenball müssen z.B. in Steinbach berappt werden. Aber da ist auch schon das Gratis-Taxi für ein unfallfreies Nachhause-Kommen inkludiert.

Ja. Maskenball heißt es hier noch. Keine Fantasie-Namen und Anglizismen. Es geht nur um Masken, Verkleidung, Spaß.

Und manchmal auch um Schock. Denn als bei uns in Steinbach beim Maskenball plötzlich eine Gruppe mit 20 Glöcklerinnen einlief, wurden Gedanken an die Gemeinde Ebensee (am Traunsee) wach. Im Jahr 2010 kündigten dort nämlich Frauen an, mit einer eigenen Glöckler-Pass (so heißen die Gruppen) die absolute Männerdomäne beim Glöcklerlauf (stets am 5. Jänner) zu durchbrechen. Es gab Proteste, Verbote, politischen Wirbel.

Immerhin wurde nun die Steinbacher Glöckerinnen-Pass zur besten Groß-Gruppe gekürt. Natürlich mit dem Hinweis… es sei ja Fasching…

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Was offenbar übersehen wurde: Auf fast jeder Kappe stand nur ein Wort. Zusammengefügt ergab es aber diesen Satz: „2017 werden wir Emanzen mit Euch im Kreise tanzen“.

Schau ma mal…

 

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Die Glöckler

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In manch Städten würde man meinen, wenn die Glöckler kommen, dann erlauben sich Buben einen Scherz und läuten bei den Türglocken.

Im Salzkammergut weiß man: Wenn die Glöckler kommen, dann ist es am 5. Jänner. Kinder-Passen. Männer-Passen. Passen, wie man diese Gruppe nennt. Leider kaum  Frauen-Passen. Aber das wird schon.

Es ist ein wunderschöner Brauch, dessen Ursprung viele Deutungen hat: Seien es ehemalige Salzbergwerk-Arbeiter, die von Tür zu Tür zogen oder ein Brauch in der letzten Rauhnacht, um die bösen Geister zu vertreiben. Siehe dazu auch Atterwiki  oder Wikipedia 

Fix ist, dass die Kappen kunstvoll gearbeitet werden. Oft sind sie riesengroß und viele Kilo schwer. In Ebensee oder Gmunden sind diese Glöcklerläufe touristische Attraktion. Sie werden vermarktet, ähnlich Karneval in Köln. Sorry.

Es gibt auch viele kleine Glöcklerläufe, wie in Steinbach am Attersee, wo es auch eine Kinderpass gibt. Einfach großartig! Heimisch.

Am 5. Jänner, um ca. 19:15 Uhr werden sich die Steinbacher Passen bei der alten Hausmühle in Kaisigen treffen. Dort gibt es dann auch die speziellen Glöckler-Krapfen.

Um ca. 20:00 Uhr sind dann die Passen alle am Steinbacher Dorfplatz.

Sollte das Wetter nicht mitspielen, wird diesmal auf den Drei-Königs-Tag verschoben. Denn eines ist klar: Die kunstvollen Kappen – meist aus Seidenpapier –  halten Regen, Schnee oder heftigen Wind nicht aus.

An und zu Weihnachten

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Nord-Deutschland und Österreich haben eine seltene Gemeinsamkeit. Etwas, was sie von den Bayern unterscheidet. Sagt der „Duden“, dieses an sich gute Wörterbuch.
Die Bayern sagen nämlich „an Weihnachten“ – der Rest der deutschsprachigen Welt aber: „zu Weihnachten“.
„Zu“ ist ein Punkt, ein Datum. „An“ ist der Versuch einer Annäherung.
Der großartige Kurier-Kolumnist Guido Tartarotti schrieb einst: „Merkwürdig finde ich, dass unsere Nachbarn „an Weihnachten“ sagen. „An“ heißt ja: nah dran (also knapp daneben). Sagte jemand zu mir „komm an Weihnachten zu uns“, wäre das Risiko groß, dass ich am 23. 12. vor seiner Türe stünd.“
Möget Ihr an dem 24. Dezember, also zu Weihnachten, ein friedvolles Fest haben und immer daran denken, dass wir hier am (auf dem?) Attersee extrem >attersee>lig< sein können, dass wir Weihnachten (oder nur „Weihnacht“, wie oft gesagt wird) erleben dürfen.
Alles Gute!

Holzknecht-Advent

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Am 8. Dezember isses wieder soweit. Holzknecht Advent bei der Hausmühle in Kaisigen/Steinbach am Attersee.

Es ist sicher eines der stimmigsten vorweihnachtlichen Feste in ganz Österreich. G’miatlich. Da ist man zu Hause. Wohlfühlen.

Jetzt hab‘ ich aber ein Problem: Wenn ich das Fest bewerbe, dann kommen vielleicht auch „Fremde“ und schauen sich an, wie wir hier schön feiern. Und schöner geht’s wirkli net!

… hob jetzt kurz nachg’dacht. Is ja in Ordnung. Kummt alle und erzählts dann, wie schön es hier ist, wie stimmig…

Die Probebeleuchtung

Wir sind da hinten nach. Gerne. Während seit Wochen in den Einkaufszentren die übliche Weihnachtsmusik dröhnt, auf Christkindel-Märkten der übliche Ramsch zu überhöhten Preisen verkauft wird, gehen wir es langsam an. Die Weihnachtszeit beginnt am 1. Advent. Punkt. Aus.

Oder fast. Bis vor ein paar Jahren. Da musste am Donnerstag vor dem ersten Advent-Sonntag überprüft werden, ob die einzige weihnachtliche Straßenbeleuchtung, die erste Kerze am großen Adventkranz und der beleuchtete Adventkalender, den die Volksschulkinder gestalten, auch wirklich funktionieren.

Alles hat gepasst, geleuchtet. Man stand zusammen. Ein paar Bier zur Feier. Schnapserln. Etwas Glühwein. Man freute sich. War ein gar lustig und spontanes Fest mit ein paar dutzend Leuten.

Völlig klar, dass man im Jahr darauf wieder am Donnerstag vor… und so… alles kontrollieren musste. Und im Jahr darauf…und darauf… und dann mit Glühweinstandl… mit hunderten Einwohnern, von denen kaum wer zu Beginn des Fests um 17:00 Uhr kommt, die meisten dafür umso später gehen. Sagen wir so: Im Sommer wäre es schon hell und die Hähne würden krähen.

Schau ma mal, wie es dieses Jahr am Donnerstag, 26. November wird. Und am 27.11. wie es den Besuchern geht.

Weil am Samstag, 28.11. gibt es bei der Pfarre den Kuchenmarkt und den Verkauf selbstgebastelter Advent-Kränze. Und am Sonntag dann ab 10:00 Uhr den Andreas-Kirtag mit Standln, Musik, Essen, Getränken und Christbaum-Verkauf. Eine mehr als stimmige Veranstaltung.

Bei uns geht jedenfalls alles auf gemütlich, weihnachtlich, echt und ohne Kommerz-Kitsch. Also einfach schön.

 

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D’Brennerin und die Brennerin

Die Brennerin ist einer der Gipfel des Höllengebirges am Attersee. 1602m über dem Meeresspiegel und somit 1120m höher als der Ort Weyregg . Dort aber gibt es „D’Brennerin“.

Der Unterschied zwischen den beiden Brennerinnen: Zum Berg-Gipfel ist es ein langer und steiler Weg. Dafür hat man einen schönen Fernblick. Zur Brennerin in Weyregg kann man mit dem Auto fahren – und bekommt einen wunderbaren Einblick in die Welt der Schnäpse und Liköre.

Die Rosi Huber, also „D’Brennerin“ in Weyregg, brennt Schnaps. Hervorragende Schnäpse. Dafür wurde sie auch schon mehrfach ausgezeichnet. Mittlerweile ist sie sogar geprüfte Edelbrand-Sommeliere. Sie sammelt, verarbeitet und brennt die Schnäpse selbst – als „One-Woman“-Unternehmen. Und so hervorragend schmecken die auch.

Nach einer Verkostung sollte man aber weder mit dem Auto nach Hause fahren, noch versuchen, den Berggipfel selbigen Namens zu besteigen. Allerdings kann man schon auf die Liste „Wem-schenke-ich-was-zu-Weihnachten“ ein Wort hinzufügen: Schnaps!