Anbandeln, Schuhbandeln und die Bandlkramerey

Steinbach am Attersee hat eine Bewohnerin mehr: Allora von Wiesmadern, Berner Sennenhündin und Enkelin von Gina, jener Hündin, mit der Hansi Hinterseer im TV auftrat – unter anderem bei einer Reportage rund um den Attersee. Gina und ihr Züchter besuchten uns damals nach einem langen Drehtag in Kaisigen und genossen entspannt den Ausblick und die Ruhe.

Mittlerweile ist „Enkerl Allora“ schon mehr als eine Woche bei uns. Die Umgebung ist „abgehakt“: Nachbarn. Kinder. Postbote. Ziegen. Katzen. Hühner. Nordic-Walker. Alles positiv angenommen. Es funktioniert! Jeder hat mit Jedem „angebandelt“. Mensch mit Hund. Hund mit Mensch.

Also ab in die „Stadt“ nach Seewalchen in die hundefreundliche „Bandlkramerey“ der Familie Tostmann (Trachten).

Gleich neben dem Parkplatz gibt es eine hauseigene eingezäunte Hundewiese mit Kotsackerln. Ein kurzer Weg. Einige Stufen hinauf. Die pneumatische Schiebetüre war Allora völlig egal, denn sie sah dahinter schon spielende Kinder. Also mitspielen. Von den Gästen und den Mitarbeitern knuddeln lassen. Wasser aus dem sofort bereit gestellten Napf schlappern. Erstmals bekam sie eine Leine angelegt und ließ uns entspannt das Tagesangebot der stets frischen, hausgemachten, heimischen und auf der Karte täglich wechselnden Schmankerln essen. Einfach ein Traum! Uns wundert nur, warum nicht permanent Gourmet-Kritiker in das Lokal einfallen um neue, nach oben offene Bewertungen zu kreieren.

Schade allerdings, dass es in der ehemaligen Bandlkramerey keine Schuhbänder zu kaufen gibt. Denn die hat Allora manchmal auch noch gerne. Aber immer weniger…

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Teuflisch viel los

Kürzlich, im heißen Sommer, schrieb ich hier, dass man hier am Attersee gar nicht so viel feiern kann, wie angeboten wird. Damals war touristische Hochsaison – und der Teufel war los. Fast rund um die Uhr.

Jetzt hammas wieder ruhiger da. Die sommerlichen Geschwindigkeitsbeschränkungs-Tafeln wurden abmontiert. Bald kommen an den Straßen wieder die Schneestangen.

Und teuflisch geht’s auch an diesem Wochenende, also 16.-18. Oktober 2015 zu.

Früher habe ich mich immer geärgert, wenn ab Montag im Radio, besonders in Ö3, oder heute regelmäßig in Facebook schon die Stunden gezählt werden, bis endlich das nächste Wochenende kommt. Offenbar besteht das Leben der Menschen nur aus unangenehmer Arbeit und Aufleben ab Freitag Mittag. Dazwischen muss alles Horror sein.

Mittlerweile verstehe ich das langsam. Besonders, wenn ich mir das Veranstaltungsangebot rund um den schönsten See anschaue. Die Erwartungshaltung:

In der Gemeinde Attersee am Attersee gibt es eine wunderbare Krampusmasken-Ausstellung 

Kletterkurse gibt es outdoor in Unterach  und indoor für Kinder in Steinbach am Attersee. 

Sehr kriminell wird es am „Bienenhof“ (der immer buntes Programm bringt), wenn unser Seewalchner Buchhändler seinen neuen Attersee-Krimi vorstellt

Segelregatten gibt es natürlich auch.

Das Wetter ist für das Wochenende vielversprechend. Wir versprechen also viel. Morgennebel. Sonne. Ab und zu Regen. Erster Schnee auf den Bergen. Segelboote am Wasser. Buntes Laub. Gute Luft. Ruhe.

Die schönste Zeit also, in einem Hotel rund um den See zu kuscheln, einen neuen Attersee-Krimi zu lesen oder im gemütlichen Caféhaus der Familie (Trachten-)Tostmann, in Seewalchen in der Bandelkramerey ins Feuer im offenen Kamin zu schauen und hervorragende Schmankerln zu essen

Viel mehr Infos über alle Veranstaltungen und Hotels findet ihr aber hier: www.attersee.at

 

Navi und reden

Mein Auto ist alt. Italienisch. Deswegen hat es auch noch Stil und steht nicht in den aktuellen Abgas-Schlagzeilen der deutschen Medien.

Als ich einst für mein Auto von meinem absoluten Lieblings-PR-Kunden – man kann es ja sagen: es war und ist „Royal Canin“ – ein Navi zum Geburtstag geschenkt bekam, war ich glücklich. Denn kurz darauf musste ich nach Budapest und dann nach Zagreb und nach Ljubljana plus in exotische Gegenden, wo Rettungshunde bei einer Weltmeisterschaft  im Wald arbeiten. Finde dort einmal ohne Navi eine Adresse.

Außerdem fiel sowieso das GPS also Navi aus, als ich erstmals in Budapest eine große Hundeausstellung suchte. Ich folgte somit jenen Autos, die Hunde-Aufkleber auf der Heckscheibe hatten (also nicht jenen, wo drauf steht „Tschackeline und Kevin an Board“)… Manchmal, bei Kreuzungen, Ampeln und Stillstand, fragte ich durch geöffnetes Fenster, wie es wo… und so weiter…. und kam ans Ziel. Analoge Gespräche, also. Freundliche! Menschliche!

Was hat das mit dem Attersee zu tun?

Ganz einfach! Wenn ich nach meinem alten Navi nach Hause kommen möchte, würde ich mein Ziel nie erreichen. Und symbolische Hausnummer 6 oder  116 neben Hausnummer 27… manchmal werden die auch verändert… im Ort.

„Biegen Sie in 30m rechts ab“… da geht es in den See. „Kehren Sie um! Kehren Sie in 100m um!“… da geht es auf der neu eröffneten Straße in eine Mauer.

Kann mich noch an eine Zeit ohne Handy und Navy erinnern. Da hat man sich den Weg, das Ziel auf einer analogen Karte (so ein Papier-Dings)  angeschaut. Und wenn man vor Ort den Weg nicht gleich gefunden hat, hat man nicht den Verkehr mit einer Navi-Notbremsung aufgehalten, sondern ist auf die Seite gefahren und hat gefragt. Nicht eine elektronische Stimme, die gerade nicht das aktuelle Update hat. Sondern Menschen.

Einfach fragen. Menschen. Damit fängt jeder Urlaub schon viel menschlicher an! Auf jeden Fall „attersee>lig<“