Na, sauber!

Kürzlich war ich einem Hotel in Oberösterreich. Generell kostet die Mitnahme eines Hundes nichts. Es werden allerdings 4.—Euronen „Säuberungsgebühr“ verlangt. Warum? Ist ein Hund generell „dreckig“?

Ale einstiger Reisejournalist und Hundebesitzer machte ich oft den Test (mit oder ohne Hund im Hotel-Zimmer): Man verstreut im Zimmer ein paar Brösel, Cellophan-Dingens von der Zigaretten-Packung… nichts wurde aufgesaugt! Nie! Auch nicht in 5-Stern-Hotels!

Es wird in einigen Top-Hotels bis zu 50.—pro Hund verlangt. Pro Tag.

In solch einem Hotel in Tirol war ich einmal – dienstlich. Ohne Hund. Der Spannteppich war noch nass und stinkend von der besoffenen Kotze des Vorschläfers. War ja ein Mensch. Also menschlich. Da wird nix verlangt. Nur der volle Zimmer-Tarif vom Nachfolger. Gehört zum Geschäft. Alpen-Saga.

Hoteliers – auch rund um den Attersee: Denkt’s einmal nach, wer wirklich mehr Dreck macht und wo ihr „cashen“ könnt.

Hunde-Leut brauchen jedenfalls keine kostspielige Animation. Die gehen immer raus. Wandern. Bei jedem Wetter. Sind mit ihrem Hund und Leben zufrieden.

Eigentlich sollten Hunde-Leut einen Bonus bekommen!

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Die Wahl und die Koffer

Die Wahlstrategen, die Spin-Doktoren, die wahnsinnig wichtigen Leute im Hintergrund. Jene mit feinem Tuch, glänzendem Leder an den Füssen und Gel in den Haaren, Aktenkoffer voll mit Studien, Statistiken. Wichtig.

Demgegenüber die 34-jährigen „Frühpensionisten“ im Jogging-Anzug vom Diskonter von vor sieben Jahren. Löchrig. Six-Pack nicht am Körper, sondern zum Frühstück. Aber immer im Internet. Schimpfend. Gegen alles. Besonders gegen alles, was „fremd“ ist. Gegen das reale Leben, zum Beispiel.

Und dann noch Journalisten (ich war/bin einer von denen), die ihre eigene und sicher beste Meinung transportieren – wohin auch immer.

Irgendwo dazwischen, zwischen allen Schulungen, Gehirnwäschen, Spindoktoren und sonstigen Schwachsinn sollen dann lokale Politiker auch noch Wahlen gewinnen! Wie geht denn das?

Ganz einfach! Nur die härtesten kommen durch! Härteste? Ja. Jene, die hart genug sind, so weich zu sein, dass sie einfach Mensch bleiben. Jene, die einfach für Menschen arbeiten, leben.

Gegen jeden „Mainstream“, wie das heut‘ so heißt, gewinnen dann lokal auch Leute, wie unsere Nici in Steinbach die Wahl. Sie ist einfach so, wie sie ist – und das für alle im Ort. Da hätten und haben  auch Hetzer, Hasser, Spalter keinen Raum.

Und wir haben auch oft mehr als 100 Flüchtlinge bei uns im Ort. Alle helfen.

Vielleicht können wir einmal  so Aktenkoffer tauschen. In einem sind 250 strategische Akten – im anderen liegt nur ein Zettel: Auf dem steht: „Menschlichkeit. Miteinander reden.“

Wetten, die Wahlen würden dann völlig anders ausgehen? Gewonnen werden?

Ach, du Sch….!

Kürzlich wanderte ich mit einem Gasthund runter in die „City of Steinbach“ zu einer Info-Veranstaltung.

In linker Hand der Hund an der Leine. Rechts das obligate Kot-Sackerl. Ja, der Hund hat auf dem ca. 1km Weg gekotet. Also konnte ich unser Bürgermeisterin Nici nicht die Hand geben. Suchte weiter nach einem Mistkübel. Fluchte leise. Oder auch laut genug.

Was nutzt es, wenn sich Hundebesitzer daran halten, den Kot sammeln – und nirgendwo kann man dann das Sackerl entsorgen? Das Problem gibt es überall!

Plötzlich neue Mistkübel im Ort. He???? Da hatte doch Nici zugehört, gehandelt… rasch auch noch!

Das System werden wir hoffentlich noch bald ausbauen, damit nicht nur Steinbach, sondern auch alle Orte rund um den Attersee nicht „beschissen“ sind. Aber dazu bedarf es nicht nur des Good-Wills der Hundebesitzer, sondern auch der Gemeinden, die ermöglichen, dass man wo den Hundekot entsorgen kann.

Sehr spannend. Atterbuch

Es ist wohl schon einige „Weihnachts-Probebeleuchtungen“ mit anschließendem Umtrunk her. Diese Probebeleuchtungen, die es bei uns im Ort geben muss. Stets am Donnerstag vor dem 1. Advent.  Es könnte ja dann, wenn es notwendig ist, und die Kinder sich drauf freuen, irgendein Lämpchen nicht angeschlossen sein und teilweise Dunkelheit bedeuten. Das wollen wir nicht.

Einst ging auch mir ein Licht auf: Ich verschenke zu Weihnachten diese sogenannten „Attersee-Krimis“. Die Verwandtschaft liest gerne. Also rein ins Internet. Dort, wo man wie gewohnt nach Büchern sucht.

Aber welcher Krimi spielt wo? Der Attersee ist groß. Und der – nun übertriebene – Hinweis unter einem der Bücher „Wer diesen Krimi gekauft hat, kaufte auch drei Paar weiße Socken, vier Handys und interessierte sich für den exklusiven Plastik-Christbaum mit Palmenduft“ war auch nicht wirklich hilfreich.

Also ab nach Seewalchen zum „Weidinger“. Das ist so eine von Außen eher unscheinbare (scheinbare  gibt es auch nicht) Buchhandlung. Die einzige rund um den See.

Schauen. Staunen. Fragen. Fragen, die der Inhaber der Buchhandlung, Erich Weidinger, sofort beantworten konnte. Region. Inhalt. Und nein: Die Auflösung hätte er, hat er aber nicht verraten. Er hat alle Attersee-Krimis gelesen. Bücher waren somit gekauft. Verschenkt.

Immer wieder stöbern, schauen, kaufen, fragen. Dieser Tage fragte ich einmal: „Sie haben aber schon alle Bücher gelesen, die man hier kaufen kann, oder?“ Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Und er lenkte ab: „Bei dem Buch, das Sie gerade gekauft haben, musste ich oft herzhaft lachen!“

Jetzt frag‘ ich mich aber Eines: Warum soll ich im Ausland bei einer Firma, die im noch weiteren Ausland kaum Steuern zahlt, und mir keine Antworten gibt, Bücher kaufen, auf die ich einige Tage lang warten muss, bis sie geliefert werden? Und wenn ich nicht zu Hause bin, darf ich mich nach den Post-Öffnungszeiten richten, mit dem Auto fahren, um ein Packerl abzuholen.

Da fährt man gleich zum Erich Weidinger, der selbst Autor ist, wie man auf seiner Website lesen kann oder lässt sich bestens im Geschäft in Seewalchen beraten.

Wer es braucht, der kann sich auch die Bücher zuschicken lassen. Als Stammkunde nun sogar portofrei.

Aber es ist einfach netter, gemütlicher, wenn man in die Buchhandlung geht. Plaudert. Neue Bücher entdeckt. Schmökert. Fragt. Und wenn ein Buch nicht gerade lagernd ist: Wetten, es ist schneller da, als über irgendwelche Online-Händler?

Das ist wirklich ein Geschäft, wo man völlig „attersee>lig<“ sein kann – und hoffen, dass es noch lange existiert.