Habt Spaß mit den Frisbees!

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Kürzlich kamen – wie so oft – Flüchtlinge ins Europacamp nach Weissenbach  (Gemeinde Steinbach am Attersee). Heute wieder welche.

Da die Einladung zu knapp war, um für das Empfangs-Kuchen-Buffet zu backen und die Kleiderkästen bereits leer geräumt sind, überbrachten wir 20 Frisbee-Scheiben. Damit die jungen Leute nach ihrer schrecklichen Flucht freudig spielen können.

Habt Spaß! Willkommen!

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Der andere Attersee

Christian Ludwig Attersee, international anerkannter Künstler und ehemaliger Segel-Staatsmeister, wird heute 75 Jahre alt. In einem Interview in der „OÖ Nachrichten“ sagt er u.a.: „Der Verbau der Seen ist katastropal…Das gesamte Salzkammergut wurde von Appartementverbauung und gefährlicher Architektur zerstört.“

Und weiter über die Gemeinde Attersee: „Dort hat man die Kultur der Kleingeschäfte umgebracht. Seit dieser sogenannten Billa-Gründung ist nichts mehr geblieben. Früher hat es zwei, drei Fleischhauer gegeben, heute gibt’s keinen einzigen mehr. Stattdessen stolpert man über touristische Souvenirshops. Das hätte man politisch regeln müssen, indem man den Bürgermeistern, die diese Gründe an Supermarktketten verscherbeln, das Recht wegnimmt, bei Bebauungen den obersten Gott zu spielen.“

Zum Geburtstag wünschen wir Christian Ludwig Attersee, dass in Zukunft mit den Bebauungen sorgfältiger umgegangen wird. Wir wünschen uns es auch. Alles Gute!

Begräbnisse

Sie sind echt traurig. Viele Freunde schon. Familie. Man erlebt das im Alter mit einer gewissen Routine. Danach: Schwarze Krawatte runter. Durchatmen. Vorbei.

Hier hört man über’s ganze Dorf „d’Schobastoana“, wenn sie am Friedhof spielen. Die Kirchenglocken. Man hört wie eine Klangwolke über den Ort Gebete.

Da muaßt net gläubig sein. Das „wirkt“.

Und danach wird oft g’feiert. Die Musi spielt kräftig auf. Das hat auch schon viele Zuagraste gewundert. Aber es ist gut so.

Ja.Woikampf!

Dieses Jahr sind es 40 Jahre, dass ich Wahlkämpfe verfolge. Ob einst selbst als wahlkämpfender Jung-Politiker, später als innenpolitischer Redakteur beim „Kurier“ oder „Wiener“ quer durch die Bundesländer. Stadt. Land. Alles.

Aber nach ca. 30 Wahlkämpfen, die ich miterlebt habe, kann ich ein Resumee ziehen:

Die Bundes- und Landes-Politiker haben stets kurz vor einer Wahl zielsichere Chauffeure, um ihre Chefs fast pünktlich am Wahlkampf-Ort abzusetzen.

Reden. Lachen. Grinsen. Jedes Handschütteln über vier Sekunden gilt schon als erfolgreicher  „Wähler-Kontakt“. Zeitplan! Konvoi! Abfahrt!

Zurück bleiben meist die ratlosen und dankenswerterweise auch rastlosen Gemeinde-Funktionäre.

Die haben aber auch oft ein Problem: Von ihren Parteien werden sie „gebeten“, Plakate zu kleben, Partei-Strategie-Sitzungen zu besuchen. Vorstandssitzungen.

I frei mi scho auf den Tag nach der Wahl.

Da können alle Oberösterreicher – und später auch alle Wiener endlich wieder auch mit ihren Lokal-Politikern einfach z‘sammsitzen und reden. Ohne Wahlkrampf.

 

Diese Kinder sind – einfach der Brüller!

Kürzlich hörte ich in der Stadt einen Pressluftbohrer. Welch seltenes Geräusch, das man am Land fast nie hört. Aus welchen Gründen auch immer fielen mir spontan Kinder ein. Laute. Schreiende. Weinende. Kreischende.

Jene Kinder, die sich im Supermarkt auf den Boden werfen, brüllen, wenn sie nicht sofort irgendwas bekommen. Egal was. Oder die Kinder, die zwar schon mit blauen Lippen und zitternd im Bad, im Pool, im Teich stehen , aber kreischend, weinend sich weigern, dem 20x scharf vorgebrachten  „komm jetzt sofort raus!“ zu folgen. Justament nicht! Und Punkt 12:00 Uhr ist Essen! Egal, ob das Kind gerade mit anderen Kindern spielt, Spaß hat. „Sitz ordentlich! Iss! Sonst darfst du am Nachmittag nicht mehr…“ Plärr! Brüll! Und ein elterlich schreiendes „Jetzt schlaf endlich!“ ist natürlich Garant für sofortige Nachtruhe – bei allen Kindern und Erwachsenen im Umkreis von 500 Metern.

Wieso höre ich hier weder Pressluftbohrer noch brüllende Kinder?

Wahrscheinlich liegt es daran, dass es hier weder Einheimische-, noch Urlauber-Kinder gibt, die mit grauenhaften Modenamen versehen sind, für die sie sich ihr Leben lang schämen müssen. Das spricht für eine bodenständige Mentalität der Eltern.

Kinder gehen baden, wenn ihnen heiß ist und sie kommen aus dem Wasser, wenn ihnen kalt ist. Freiwillig. Sie plärren nicht, wenn sie im Supermarkt irgendwas, was sie sowieso nicht wollen, eh nicht bekommen – sie dürfen sich aber um einen Euro ein Eis kaufen, wenn sie einen Kilometer zum nächsten Geschäft gehen und für die Eltern was einkaufen. Natürlich geht Kind nie alleine. Nur in Gruppe.

Den ganzen Tag nur Abenteuer. Tiere. Wandern. Wasser. Mit anderen Kindern spielen. Mit den Eltern. Würstel grillen. Laufen. Wiese. Heu. Beschäftigung. Geheimnisse austauschen. Müde sein. Schlafen gehen. Freiwillig.

Nur ab und zu schreit ein Baby nach der Milch-Fütterung. Der Bauch ist hart. Ein Bäuerchen, ein Rülpser. Alles ist wieder gut.

Muss jetzt nur fragen, bevor mein Enkel alt genug ist, was am Land „ein Bäuerchen machen“ so wirklich noch alles bedeutet…

 

Tschicki, Tschicki – Bäng, Bäng!

Man muss eingestehen, dass man als Raucher einer Minderheit angehört, die diskriminiert wird. Etwa 33% Raucher an der Gesamtbevölkerung ist ja nicht wirklich viel. Ein Drittel halt. Biertrinker würden sagen: 1 Seiterl.

Aber diskriminiert jetzt wer die ÖVP? Die SPÖ? Nur weil sie bundesweit so um die 25% herum dümpeln?

Da gehen einem also am Sonntag die Tschick aus. Runter ins Cafe-Haus. Die verkaufen keine. Verweisen ans nächste Hotel. Die hätten einen Automaten. Indoor. Alle Leicht-Zigaretten waren ausverkauft. Also eine mir bis dahin No-Name-Zigaretten-Sorte (grauenhaft, übrigens!). Möchte einen 5-Euro-Schein einschieben. Wird nicht akzeptiert. War kein alter Schein (gibt’s die überhaupt noch?). Zig-Automat nicht umgestellt. Auf die Frage, ob es nicht wo stangenweise Zigaretten gäbe, um den Automaten nachzufüllen – „Nein, nur…“

Im Geschäft im Ort versuche ich überhaupt seit mehr als sechs Jahren meine Zigaretten-Marke zu bekommen. Geht nicht. Die raucht angeblich niemand. In umliegenden Trafiken bekam ich sie einst oft nicht, weil sie stets ausverkauft, so ein Renner sind.

Erster Weg morgen: Zu „meiner“ Trafik in Seewalchen. Jener von Ursula Gassner. Sie lacht, strahlt immer, weiß genau, wann ich eine Stange Tschick brauche (sorry – vergangene Woche war ich atypisch rauchend, das konnte sie nicht wissen). Sie kennt mein Leseverhalten. Legt Zeitungen, Zeitschriften aus riesen Auswahl zurück, bis ich (nicht alle Tag) komme.

Und wenn ich meinen Blick über die hunderten Magazine schweifen lasse und frage: „Hab‘ ich Alles, was ich lese?“, dann grinst sie und sagt: „Ja!“…. wenn sie mir nicht eh schon die üblichen Magazine  längst auf die Budel gelegt hatte.

Seewalchens Trafikantin Ursula Gassner weiß über mein Lese- und Rauchverhalten mehr als Google. Und ich finde das verdammt gut so!

 

Blumen

 

Schöner 85. Geburtstag einer lieben Dame in Deutschland. Viele Freunde kommen. Von jung bis noch viel älter. Geschenke. Blumen. Blumen.

Ein Blumenstrauß stach besonders hervor. Die Gäste schauten entzückt. Waren begeistert. „So einen schönen Blumenstrauß habe ich noch nie gesehen! Von wem ist der?“

Überbracht hatten ihn wir. Aber zusammengestellt wurde der Strauß in der „Blumenstube“ Hemetsberger in Weyregg am Attersee.

Es ist solch eine Freude, in dieses Geschäft zu gehen. Alle sind immer freundlich, lachen, bemühen sich. Freuen sich, wenn man sich freut. Herzlichkeit.

Szenenwechsel: Sechs Jahre waren wir hier am Attersee nur Zweitwohnsitzer. Balkon-blumenlos. Old-Nachbar-Franz „knurrte“ einmal freundlich: „A Haus ohne Blumen is ka Haus!“ Tja. Ging leider nicht, wenn man im Sommer oft einige Wochen nicht da ist.

Dann das erste Jahr Vollzeit. Baumarkt. Blumen. Aktionen. Blumenkisten. Erde.  Aber jetzt! Hehehe! Jetzt wird das Haus zum Haus!

Es war ein netter Versuch. Es blühte. Die Clematis verblühte.

Dieses Jahr:  Großeinkauf beim Hemetsberger in Weyregg. Diese Blumenstube mit Glashäusern. Wo diese wunderschönen Blumensträuße und so…

Kleine Pflanzen. Beste Erde. Und es blüht, blüht, blüht. Es wuchert nun! Auch die neue Clematis. Wahnsinn! So wunderschön!

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PS: Über Geld redet man nicht. Aber pssst! Es war der halbe Preis von den „Baumarkt-Aktionen“ im Jahr davor. Geht also zum Gärtner. Die wissen, worum es geht, können beraten und lachen – freuen sich – wenn man erzählt, wie man sich freut.